Winteraufnahmen haben es an sich, dass der Weißabgleich tüchtig durcheinander gerät. Das gilt vor allem für Fotos im Schnee unter Einsatz eines automatischen Weißabgleichs. Insbesondere Schnee verursacht bei automatischen Einstellungen nämlich Grautöne im Foto. Das sieht man auch an diesem einfachen, aber schneereichen Schnappschuss.
Das hat damit zu tun, dass die Kamera buchstäblich eine schneeweiße Welt “sieht” und irgendwie nicht glauben kann, dass das so stimmt. Deshalb korrigiert sie das Bild, um es richtig aussehen zu lassen. Das Ergebnis sind dunklere, grauere Bilder. Wenn Sie nun aber just auf Bilder im Schnee stehen und diesen Effekt vermeiden wollen, müssen Sie den Weißabgleich verändern. Das kann eine automatische Voreinstellung für Schnee wie bei einer Kompaktkamera sein oder ein benutzerdefinierter Weißabgleich wie bei Spiegelreflexkameras.
Zum Erstellen eines benutzerdefinierten Weißabgleichs benötigen Sie eine Graukarte (im gut sortierten Fotofachhandel erhältlich), die das vorhandene Licht genauer reflektiert. Halten Sie sich an die Anleitung zum Fotografieren der Karte mit Ihrer Kamera und stellen Sie dann den Weißabgleich ein. Daneben gibt es diverse Zusatzprodukte wie den Weißabgleich-Filter “ExpoDisc”, der vor die Linse gehalten und auf die Lichtquelle ausgerichtet wird, so dass Sie einen benutzerdefinierten Weißabgleich erstellen können. Dann sieht Schneeweiß auf Ihrem Foto auch wie schneeweiß aus.
Wenn das Erstellen eines benutzerdefinierten Weißabgleichs zu schwierig, unpassend oder schlicht nicht möglich ist, gibt es mit ACDSee Pro eine ganze Reihe von Möglichkeiten, aus grauem Schnee mittels Nachbearbeitung wieder weißen zu machen. Auch bei einer großen Menge an mit automatischem Weißabgleich aufgenommenen Bildern (ich zum Beispiel bin schlicht so vergesslich, dass ich den Weißabgleich oft nicht vornehme) lässt sich das Problem über die Stapelverarbeitung lösen.
Die schnellste Möglichkeit, aus grauem Schnee wieder weißen zu machen, besteht im Öffnen des Bilds im ACDSee-Bearbeitungsmodus. Dort wählen Sie dann erst “Belichtung” und anschließend “Autom. Tonwertkorrektur” aus. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass dies in 90 Prozent aller Fälle funktioniert, wie auch dieses Beispiel zeigt:
Nicht anders gehen Sie beim Stapelverarbeiten von Bildern vor: Sie wählen erst “Belichtung” und anschließend “Autom. Tonwertkorrektur” aus, während Sie die Parameter einstellen. Daneben haben Sie aber auch noch andere Möglichkeiten. So gibt es etwa auf der Registerkarte “Erweitert” die Schatten/Lichter-Option. Mit deren Standardeinstellungen lassen sich Probleme mit dem Weißabgleich in der Regel automatisch beheben. Ich habe allerdings festgestellt, dass es durch die automatische Belichtung zu kleineren Farbabweichungen kommen kann. Auf meinem Bild etwa sieht der Baumstamm mit der Schatten/Lichter-Option grüner und mit der automatischen Belichtung brauner aus.
Eine weitere Möglichkeit bietet die Registerkarte “Belichtung”. Dort können Sie die Gesamtbelichtung, den Kontrast und das Fülllicht über Regler manuell einstellen. All das hat Auswirkungen auf Ihr Bild. Auch die Kurven-Registerkarte bietet Ihnen Möglichkeiten der manuellen Bildbearbeitung, mit denen Sie Grauschleier gezielt ausmerzen können.
Jede dieser Methoden hat etwas für sich. Es kommt letztlich darauf an, wie viel Zeit Sie auf das Bild verwenden wollen und wie detailliert Ihre Ergebnisse sein sollen. Wenn Sie noch einen Schritt weiter gehen wollen, können Sie mit den Auswahlwerkzeugen einzelne Bereiche Ihrer Bilder bearbeiten und die Übergänge zwischen bearbeiteten und unbearbeiteten Bildbereichen nahtlos gestalten. Besonders praktisch ist dies beispielsweise, wenn ein Teil des Bilds nicht bearbeitet werden muss - etwa der blaue Himmel über dem weißen Schnee.
-Serge Timacheff


